Legale Selbstverteidigungswaffen in Deutschland

Gewaltverbrechen haben in Deutschland leicht zugenommen. Was genau die Ursache dafür ist, lässt sich aus kriminaltechnischer Perspektive nur sagen. Fakt ist allerdings, dass sich die deutschen Bürger zunehmend mit legalen Selbstverteidigungswaffen ausstatten. Der Verkauf von Elektroschockern, Pfeffersprays und Co. hat sich seit 2016 vervielfacht.

Obwohl das deutsche Waffenrecht recht strikt gestaltet ist, gibt es eine umfangreiche Auswahl an unterschiedlichen legalen Waffen für den Ernstfall. Sie sind in unterschiedliche Kategorien einzuordnen und bedürfen unterschiedlicher Einsatzbereitschaften.

Passive Selbstverteidigungswaffen

Als passive Selbstverteidigungswaffen bezeichnet man solche Geräte, die ohne physische Gewalt auskommen. Dazu gehören etwa Notfallpfeifen. In einer Gefahrensituation können sie von der angegriffenen Person verwendet werden, um auf sich aufmerksam zu machen oder den Angreifer in die Flucht zu schlagen.

Aktive Selbstverteidigungswaffen

Unter die Kategorie der aktiven Selbstverteidigungswaffen gehören diejenigen Waffen, welche eine physische Gewalt auf den Gegner oder Angreifer ausüben. Diese Kategorie lässt sich in zwei Sub-Kategorien unterteilen.

Mit Körpereinsatz

Die eine Kategorie der aktiven Selbstverteidigungswaffen bedarf des körperlichen Einsatzes. Um mit dieser Art von Waffen eine effektive Verteidigung durchführen zu können, muss die Person selbstbewusst genug sein, um den Angreifer mit körperlichen Einsatz abzuwehren.

Hierzu gehören etwa Schlagwaffen, wie Schlagstöcke oder Knüppel. Eine moderne Schlagwaffe wären etwa der Selbstverteidigungsschirm, der im Alltag unauffällig getragen, aber als robustes Abwehrmittel von Schlägen oder für den aktiven Angriff genutzt werden kann.

Kleinere Waffen wären beispielsweise der Kubotan oder im schlimmsten Fall ein Messer. Der Einsatz mit Waffen dieser Art muss trainiert werden und bedarf einer gewissen körperlichen Kraft. Mit der richtigen Technik und der passenden Waffe können jedoch auch körperlich unterlegene Personen stärkere Angreifer erfolgreich abwehren.

Ohne Körpereinsatz

Es gibt Verteidigungswaffen, welche physische Gewalt auf den Angreifer ausüben, ohne dass die verteidigende Person körperlichen Einsatz in Erwägung ziehen muss. Sie eignen sich für Personen oder Situationen, in denen der Anwender sich eine höchstmögliche Effektivität verspricht, ohne große körperliche Anstrengungen vornehmen zu müssen. In diese Kategorie gehören etwa das beliebte Pfefferspray oder eine Pfefferspraypistole, sowie ein Elektroschocker. Weniger aggressive Selbstverteidigungswaffen ohne körperlichen Einsatz sind etwa die taktische Taschenlampe. Sie sollen einen Angreifer blenden und damit einen Fluchtmoment verursachen.

Auch diese Waffen bedürfen einer gewissen Übung und Einsatzbereitschaft. Ohne den festen Willen, diese Waffen einsetzen zu wollen, können sie im Notfall nicht viel helfen.

Worauf beim Kauf achten?

Vor dem Kauf einer Selbstverteidigungswaffe sollten einige Aspekte mit einbezogen werden. Es gibt eine große Vielzahl legaler Selbstverteidigungswaffen in Deutschland, doch nicht alle sind für jede Situation oder besonders für den Alltag geeignet.

Praktikabilität für den Alltag

Wer einen stetigen Begleiter für den Alltag nutzt, sollte sich auf eine kleine Selbstverteidigungswaffe ohne Notwendigkeit von körperlichen Einsatz zulegen. Dazu gehören insbesondere Pfeffersprays oder Elektroschocker, die in der Tasche oder am Gürtel getragen werden können. Alternativ kann ein Selbstverteidigungsschirm erworben werden, der unauffällig im Alltag zum Anzug getragen werden kann.

Für eine Abwehrwaffe im Heimbereich ist die Unscheinbarkeit nicht entscheidend. Häufig wird hier auf Abschreckung gesetzt, wenn es etwa um das Abwehren oder Einschüchtern von Störenfrieden oder Einbrechern geht. Dafür eignen sich Schlagstöcke, Baseballschläger oder sogar Schreckschusswaffen.

Einsatzbereitschaft

Nicht jeder traut sich in einer Notwehrsituation eine Selbstverteidigungswaffe tatsächlich einzusetzen. Wer vor körperlicher Gewalt zurückschreckt, sollte lieber auf eine passive Selbstverteidigungswaffe setzen. Andererseits muss die Bereitschaft vorhanden sein, mit einer gewählten Waffe zu trainieren und das entsprechende Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Fazit

Viele Selbstverteidigungswaffen in Deutschland sind legal und können eine Gefahrensituation entschärfen. Es ist jedoch wichtig, die passende Waffe für die passende Situation zu wählen. Dazu gehört die Bereitschaft, den Umgang mit dieser Waffe zu trainieren und im Notfall auch einzusetzen. Ob und welche Waffe für eine Person geeignet ist, hängt stark von diesen Kriterien ab. Die juristische Landschaft in Deutschland ermöglicht allerdings den Erwerb von zahlreichen Selbstverteidigungswaffen für unterschiedliche Situationen, von der mobilen Waffe im Alltag bis zum mächtigen Gerät für den Heimschutz.

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